Die Unfruchtbarkeitsfalle


Wilfried Feichtinger/Eva Stanzl: Die Unfruchtbarkeitsfalle

Künstliche Befruchtung: kein Ersatz für rechtzeitige Familienplanung – ein Ratgeber

Ist es eine gute Entwicklung, wenn eine Frau mit 67 Mutter wird? Eine andere Achtlinge austrägt, gezeugt auf dem Weg der künstlichen Befruchtung? Und warum bekommen Frauen ihr erstes Kind immer häufiger mit 35+ – nach oft jahrelangem ergebnislosen „Basteln“?
Im Balanceakt zwischen Ausbildung, Karriere und Familienplanung verschieben immer mehr Paare den Kinderwunsch auf später. Gestiegene Herausforderungen im Beruf, wirtschaftlich unsichere Zeiten und weitgehend unausgegorene Modelle zur Vereinbarkeit von Elternschaft und Beruf erschweren es modernen Paaren, rechtzeitig für Nachwuchs zu sorgen.

Wer nicht in die Falle einer ungewollten Kinderlosigkeit tappen will, tut jedoch gut daran, schon früh über Familienplanung nachzudenken. Jene, die es nicht getan haben – mittlerweile eine immer breiter werdende Schicht –, verlassen sich zunehmend auf die Hoffnung, dass die Medizin „später“ alles leisten, das Unmögliche möglich machen kann. Reproduktionsmediziner können Schwangerschaften möglich machen, wo auf natürlichem Wege nur geringe Chancen bestehen. Jedoch sind die Menschen rein evolutionstechnisch gesehen so lange fruchtbar wie eh und je. Und auch unter Reproduktionsmedizinern gilt: jünger ist besser.

Häufig spielen auch seelische Faktoren eine Rolle, wenn „es“ nicht klappen will. Stress, unbewusste Partnerschaftsprobleme, Erwartungsdruck sind nur einige davon. Die Entscheidung, für das ersehnte Kind die Hilfe der Reproduktionsmedizin in Anspruch zu nehmen, führt oft zu einem zusätzlichen Wechselbad der Gefühle. Paare erleben einerseits die Vorfreude, dass ihr Wunsch endlich in Erfüllung gehen könnte, andererseits die Angst zu versagen.

Dr. Wilfried Feichtinger, international renommierter Reproduktionsmediziner, erläutert im Detail die Methoden der künstlichen Befruchtung, den heutigen State of the Art, die Chancen, die sie eröffnet, aber auch die Gefahren, die damit verbunden sein können. Er wirft auch einen Blick in die Hexenküche der Zukunft, in der Leihmütter genetisch fremde Kinder austragen, der Eierstock der Frau hormonell für immer jung gehalten wird oder junge Eizellen und Spermien für spätere Zeiten auf Eis gelegt werden.


Doch er und seine Co-Autorin Eva Stanzl sind sich einig: Viel wichtiger wäre es, dass sich schon ganz junge Menschen darüber Gedanken machen, wann sie sich in ihrem Leben Kinder wünschen, und lernen, was es implizieren kann, wenn man sich früh dagegen entscheidet. In der kinderschwachen Generation der jetzigen Enddreißiger aber haben wohl nur wenige diese Verantwortung vollständig begriffen.


Univ.-Prof. Dr. Wilfried Feichtinger, geboren 1950, ist Geschäftsführer des Wiener Instituts „Wunschbaby-Zentrum – Institut für Kinderwunsch“ und gehört zu den weltweit führenden Reproduktionsmedizinern: 1982 Erstes IVF-Baby Österreichs. 1984 Entwicklung der ultraschallgezielten transvaginalen Eibläschenpunktion.1990 Einführung der laserunterstützten „Schlüpfhilfe“ zur leichteren Einnistung der befruchteten Eizelle. 2000 der ersten live-3D-Sicht auf reife Eizellen per Ultraschallverfahren. 2005 Erste erfolgreiche Präimplantationsdiagnostik gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger.

Mag. Eva Stanzl, geboren 1969, studierte Englische Literatur und Philosophie an der University of Bristol, Großbritannien, sowie Kulturmanagement an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Sie ist Wirtschaftsredakteurin bei der „Wiener Zeitung“. Zuvor war sie Wirtschafts- und Wissenschaftsjournalistin beim „Standard“ und beim Magazin „Die Wirtschaft“ sowie Autorin von Beiträgen beim Nachrichtenmagazin „profil“ im Ressort Wissenschaft. Eva Stanzl ist Trägerin des Österreichischen Zeitschriftenpreisen 2006.

Wilfried Feichtinger/Eva Stanzl: Die Unfruchtbarkeitsfalle

Cover 

Familienplanung & Lebensplan:
Wie es dazu kommen kann, dass man den Zug verpasst

192 Seiten
Format 13,5 x 21,5 cm
Klappenbroschur
ISBN 978-3-7015-0520-3
€ (A, D) 19,90; SFr 34,90
Orac, September 2009

Erhältlich im Wunschbaby-Zentrum und im Buchhandel.

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